Kirche St. Laurentius Rudersdorf

Die Kirchengeschichte der Pfarrei Rudersdorf

Die Pfarrei

Bis zum Jahr 1896 gehörte Rudersdorf in seinem katholischem Teil dem Kirchenspiel Irmgarteichen an. Eine ursprünglich dem hl. St. Laurentius geweihte Kapelle brannte 1790 vollständig ab. Danach entstand bis 1794 eine kleine katholische Kapelle durch den Umbau eines Wohnhauses. 1868 erhielt Rudersdorf eine Vikarie. 1896 wurde die Rudersdorf-Vikarie zur Filialgemeinde erhoben und bereits im darauffolgenden Jahr begann die Spendensammlung für den ersten eigenständigen Kirchenbau im Ort.

Zwischen 1903 und 1909 beschafften die Anwohner das Baumaterial in Selbsthilfe aus dem ortseigenen Grauwacke-Steinbruch. 1909 begannen die Arbeiten am Kirchenbau nach den Entwürfen des Architekten Johann Franz Klomp im neugotischen Stil. Erst 1921 erhielt der Bau die feierliche Konsekration durch Weihbischof Haehling von Landsenauer aus Paderborn, und der bisherige Vikar Eickhoff wurde als Pfarrer in die Rudersdorfer Pfarrei eingeführt. Im Jahr 1932 wurde der für das Gewicht der Glocke zu schwache Dachreiter über dem westlichen Dach der Kirche abgerissen und statt seiner der heutige Kirchturm erbaut.

Das Bauwerk

Die Kirche St. Laurentius ist eine dreischiffige Stufenhalle im neugotischem Stil. Sie gehört zum Typ der querschifflosen Hallenkirchen an, die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des 1. Weltkriegs den Typ der mittelalterlichen Hallenkirchen variierten. Die aus dieser Baurichtung hervorgegangenen Kirchen zeichnen sich durch konsequent symmetrische Bauweise aus. Die sparsame Auswahl spät gotischer Motive in klar gegliederten, gut proportionierten Baukörpern ergab in Rudersdorf ein überzeugendes Bauwerk, das sich zudem durch die Wahl der heimischen Grauwacke gut in das Landschaftsbild einfügt.

Der quadratische Westturm von 1932 passt sich bruchlos der älteren Kirche an und vervollkomnet das Erscheinungsbild des Gebäudes.

Das Kirchenschiff besitzt ein Satteldach, das durch Aufschieblinge starkt abflacht; Das flache Zeltdach des Turms geht in einen Achtkanthelm über. Die Mauern der Kirche erhielten eine Verstärkung durch zweifach abgestufte Strebepfeiler. Fenster und Türgewände und das Maßwerk sind aus Werksteinen in neugotischer Formsprache mit Dreiblatt, Schneuß und dreipassgefertigt. Die Fenster des polygonalen Chors mit Szenen aus dem neuen Testament (Nikodemus und Jesus, Jesus und die Samariterin, das letzte Abendmahl und die Kreuzigung) sind von überregionaler Bedeutung, in künstlerischer wie auch in historischer Hinsicht. Der Entwurf zu den Fensterbändern des Erweiterungsbaus mit Thema aus der Apokalypse des Johannes stammt von Wilhelm Buschulte aus Unna, wurde von der Firma Oidtmann aus Linnich umgesetzt. Der im ersten Joch der Nordseite befindliche Eingang besitzt ein Sandsteingewände mit flachen Spitzbogen, das in eine rechteckige Form übergeht. Der Eingang auf der Südseite wird heute als Zugang von der Sakristei benutzt.

Im Inneren der Kirche trennen kräftige Rundpfeiler mit runden Kapitellen Mittelschiff und die schmalen Seitenschiffe. Das Dach wird von einem steil geführten Kreuzrippengwölbe getragen. Aus der ehemaligen St. Laurentiuskapelle stammt das Retabel des ehemaligen Hochaltars mit einem Relief des Heiligen in einem aufwändigen Altarrahmen mit gedrehten Säulen und Rankenwerk. Es handelt sich wahrscheinlich um eine ländliche Arbeit vom Beginn des 18. Jahrunderts. Ursprünglich befand sich das Relief in der Schlosskapelle zu Junkernhees. 1797 wurde es der Rudersdorfer Gemeinde geschenkt. Nach einer aufwändigen Restauration um ersten Halbjahr 2002 steht der St. Larentius-Altar nun wieder an seinem angestammten Platz im alten Chor.

Von 1958 stammt eine Mutter Gottes Figur des Künstlers Erich Jeckle aus Frankfurt. Ein Tabernakel mit den 4 Evangelisten und den Symbolen der Eucharistie wurde zu Beginn der 60er Jahre von Josef Jost aus Hattersheim geschaffen. Der Versus-Populum-Altar, die Sedilien und die Stele des Tabernakels sind nach Entwürfen des Architekten des Erweiterungsbaus, Aloyis Sonntag aus Siegen, entstanden.

Die vier neuen Bronzeglocken im Kirchturm wurden im Jahr 1978 während der nur 32 Tage währenden Amtszeit von Papst Johannes Paul I. gegossen. Sie sind die einzigen Glocken Deutschlands, die dieser Zeit entstammen und seinen Namen tragen.

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Bedeutung der Glocken und ihrer Läutezeiten

I. Eine Einleitung

(aus der PDF „Die Bedeutung der Glocken und deren Läutezeiten“ vom Kirchenkreis Liebefeld, Schweiz)

Der wichtigste Dienst der Glocken war und ist bis heute:

  • äußerlich das Sammeln der Gemeinde zum Gottesdienst und
  • innerlich der Ruf zur Sammlung bei der Andacht.

Die Glocken erinnern stets an die wichtigste Aufgabe der Christen: das regelmäßige Gebet.

Die Läutezeiten gehen auf das kirchliche Stundengebet zurück, das bis heute in katholischen Klöstern aber auch in evangelischen Bruder- und Schwesternschaften geübt wird. Wir unterscheiden zwischen sakralem und bürgerlichem Geläut (sakral = zu liturgischen und gottesdienstlichen Zwecken, bürgerlich = Zeitangabe mit Stundenschlag). Traditionell läuten die Kirchenglocken vor einem Gottesdienst, um die Gemeinde in die Kirche zusammenzurufen, sowie vor Hochzeiten und Bestattungen (sakrales Geläut). Ausserdem gibt es das morgendliche, mittägliche und abendliche Läuten der Kirchenglocken, zu dem das Gebet „Der Engel des Herrn“ (angelus domini, katholisch) gebetet wird. Das Pendant dazu ist das „Betläuten“ in den evangelischen Kirchen.

Weltliches Geläut

Der Stundenschlag, das regelmässige Schlagzeichen zur vollen Stunde, oft auch zur Viertelstunde, hat keinen kirchlichen Hintergrund. Er stammt aus der Zeit des Mittelalters, als der Grossteil der Bevölkerung keine Uhr hatte und von der Turmuhr der Kirche abhängig war. Die Tradition hat sich jedoch bis heute gehalten und wird oft von Kirchengemeinden als liturgisches Zeichen für Vergänglichkeit und Ewigkeit umgedeutet. Weltlichen Ursprungs ist auch das Glockengeläut in der Neujahrsnacht. Ausserdem könnten in Abwesenheit von Alarmsirenen die Kirchenglocken im Notfall geläutet werden, z.B. bei Feuer oder Angriffsalarm.

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Ein Gedicht
(von Wilhelm Horn, verstorben am 26.10.2013)

Glocken

Mit Glockenklang beginnt der Morgen,
und Glockenklang beschließt den Tag.
Glocken läuten soll erinnern,
an Botschaften, die der Herr uns gab.
Glocken läuten ein das Neue Jahr,
und sie läuten bei Gefahr.
Glocken läuten für den Frieden,
Glocken läuten zum Gebet.
Überall auf dieser Welt
begleiten Glocken unseren Weg.
Glocken läuten uns zur Freude,
wenn ein Fest gefeiert wird.
Und zum letzten mal für jeden Menschen,
wenn er stirbt.
Doch wenn Glocken läuten
in der Heiligen Nacht,
wird ein jedes Herz berührt,
weil der Klang der Weihnachtsglocken
zu den Herzens tiefen führt.

II. Die Glocken der Kirche St. Laurentius Rudersdorf

A. Die Geschichte der Glocken

Die Glocke der ersten Kapelle in Rudersdorf, welche 1790 abbrannte, ist wohl der Feuersbrunst zum Opfer gefallen. Für die neue Kapelle in der heutigen Dillenburger Str. kaufte die Gemeinde eine Glocke aus der Jesuistenkirche in Siegen welche dort aufgelöst wurde. Dieses Glöckchen hat immerhin der Gemeinde 114 Jahrelang bis 1910 zum Gottesdienst gerufen. Mit dem Bau der neuen Laurentius Kirche 1910 wurde oben am Giebel ein Dachreiter-ähnliches Türmchen gebaut. Dieses Türmchen wirkte wie ein Schwalbennest angeklebt an dem Giebel und ragte zu einem Drittel über die Giebelwand nach außen. Wegen der Größe des Türmchens wurden nur entsprechend kleine Glocken angeschafft.

1. Die ersten Glocken

 
Glocken-Ton
Glocken-Name
Gewicht in kg
Ø in m
Die größte Glocke
Ton c
Herz-Jesu-Glocke
255
0,754
Die zweite Glocke
Ton es
-----
154
0,620
Die kleinste Glocke
Ton f
-----
105
0,545

Das Kilogramm Glocke kostete 2,15 M. Das Glöckchen aus der alten Kapelle wurde in Zahlung gegeben und mit 1.45 M vergütet.

Schon wenige Jahre nach ihrer Weihe mussten die zwei kleinen Glocken dem 1. Weltkrieg 1914 bis 1918 geopfert werden und wurden abgeholt und eingeschmolzen. Das kleine Türmchen oben am Giebel war nicht sehr Stabil, sodass sehr bald über einen richtigen Glockenturm nachgedacht wurde. Bis 1932 waren für diese Vorhaben schon 7.000 Mark angespart. In der „schlechten Zeit“ wurde dann am 6.6.1932 der Bauantrag zum Kirchturmbau gestellt. Schon nach sechs Tagen wurde die Baugenehmigung erteilt. Die Firma Steger aus Rudersdorf erhielt am 24. Juli 1932 den Auftrag zum Errichten des Kirchturms. Das Fundament wurde von den Gemeindemitgliedern ausgehoben. Und das nach der Tagesarbeit und der landwirtschaftlichen Nebenerwerbstätigkeit. Am 12. August wurde mit der Betonierung begonnen. Schönes Wetter begünstigte den Baufortschritt des 45 Meter hohen Turm der noch im Jahr 1932 nach nur fünf Monaten Bauzeit errichtet wurde. Drei neu Glocken waren parallel zu diesen Arbeiten bestellt worden und gefertigt worden. Natürlich sollten diese Glocken für den neuen Turm die maximale Größe haben. Am 18 Dezember wurden die Glocken geweiht und bis Weihnachten montiert.

2. Die zweiten Glocken

 
Glocken-Ton
Glocken-Name
Gewicht in kg
Ø in m
Die größte Glocke
Ton d
-----
1651
0,754
Die zweite Glocke
Ton f
-----
1001
0,620
Die kleinste Glocke
Ton g
-----
705
0,545
Die alte Glocke
Ton c
Herz-Jesu-Glocke
255
0,754

Der Glockenguss wurde von der Firma Otto in Hemelingen bei Bremen für 0,95 Mark das Kilogramm durchgeführt. Aber auch an diesen neuen harmonischen Glocken hat die Rudersdorfer Gemeinde keine lange Freude. Denn nicht einmal 10 Jahre später im Mai 1942 forderte der 2. Weltkrieg schon wieder Opfer. Alle drei neuen Glocken wurden abgeholt. Nur die kleine alte Herz-Jesu-Glocke Glocke von 1910 blieb hängen.

Aber die Rudersdorfer ließen sich nicht verdrießen. Und so wurde gleich nach Kriegsende wieder ein Beschluss zur Anschaffung neuer Glocken gefasst. Die Besatzungsmacht gab aber die notwendigen Materialien für Bronzeglocken nicht frei. Folgerichtig wurden am 29.4.1946 neue Stahlglocken bestellt. Aber die Lieferung der neuen Glocken ließ wegen der schlechten Wirtschaftslage noch lange auf sich warten. Dazu kam die durch Kriegsschäden zerstörte Logistik. Die Glocken sollten aber noch vor der Währungsreform geliefert werden. Da die Lieferung aber gefährdet war ergriff die Gemeinde wieder die Initiative. Durch Spenden von Butter, Eiern, Fett und Kartoffeln wurde der Transport mit einem Fahrzeug eines Rudersdorfer Unternehmens ermöglicht. Drei Männer aus Rudersdorf holten die Stahlglocken beim Bochumer Verein ab und brachten sie unter dem Jubel der Bevölkerung, am 7.5.1948 sicher nach Rudersdorf. Zu Pfingsten konnte mit den neuen Glocken wieder geläutet werden. Die Stahlglocken kosteten 4.600 Mark.

3. Die dritten Glocken

 
Glocken-Ton
Glocken-Name
Gewicht in kg
Ø in m
Die größte Glocke
Ton e
-----
1414
0,754
Die zweite Glocke
Ton g
-----
1189
0,620
Die kleinste Glocke
Ton a
-----
1059
0,545

Da der Glockenturm in den vergangenen Jahren eine gewisse Instabilität erkennen ließ, sollte dieser in 1978 überarbeitet werden. Hauptproblem war, dass die Glocken im Turm in Richtung Osten und Westen schwangen. Also zum Giebel hin und wieder weg. Da der Turm aber nicht in einem Guss mit der Kirchen gebaut wurde, war diese Bewegungsrichtung besonders schädlich. Die Stahlglocken wurden hierzu heruntergenommen und eine neue tragende Betonplatte wurde auf ca. 10 Meter Höhe in den Turm eingebaut und darauf ein freischwingendes Glockengerüst gestellt. In diesem Stahlgittergerüst sollen die Glocken in ca. 10 Meter Höhe hängen, und anders wie bisher Richtung Norden und Süden schwingen.

Die Sanierung des Kirchturms war natürlich ein willkommener Anlass wieder einmal das Thema Glocken in Rudersdorf in den Vordergrund zu rücken. Der Wunsch nach einem wohlklingenden, harmonischen Geläut von Bronzeglocken war nie aus den Köpfen der Gemeinde verschwunden. Durch große Spendenbereitschaft war es möglich. die Stahlglocken schon 30 Jahre später wieder durch neue Bronzeglocken zu ersetzen. Zuvor waren die neuen Glocken im Beisein der Gemeinde am 27 Oktober 1978 in Saarburg bei der Firma Mabilon abgegossen worden. Die Glockenweihe fand am 28.November statt. Zum 2. Adventssonntag 1978 läuteten diese Glocken zum ersten Mal. Die Zeit, in der diese Glocken geformt wurden, stand unter dem Pontifikat von Johannes Paul 1. , der nur 34 Tage Oberhaupt der Katholischen Kirche war. So wurde sein Name und auch sein Todesdatum in alle 4 neuen Glocken eingegossen. Er ging als Papst des Lächelns in die Annalen ein.

4. Die vierten Glocken

 
Glocken-Ton
Glocken-Name
Gewicht in kg
Ø in m
Die größte Glocke
Ton d'
Christus Glocke
1651
0,745
Die zweite Glocke
Ton e'
Ave Maria Glocke
1001
0,620
Die kleinste Glocke
Ton fis'
Laurentius Glocke
705
0,545
Die alte Glocke
Ton a'
Sebastianus-Josef Glocke
255
0,745

Die ausgetauschten Stahlglocken schenkte die Kirchengemeinde der Bischofskirche von Wa in Nord-West-Ghana. Die alte Bronze-Glocke von 1910 hat die Gemeinde an die Filialgemeinde Anzhausen verschenkt. Bei der Anschaffung der Glocken für die neue Kapelle in Anzhausen wurde diese Glocke in Zahlung gegeben da sie in der Zwischenzeit einen Riss bekommen hat.

Heute kann man feststellen, dass unsere Glocken so lange im Kirchturm sind, wie keine der vorherigen Glockengarnituren bisher. Wir wollen hoffen, dass unsere jetzigen Glocken noch viele Jahre Ihren Dienst für unsere Kirche tun.

B. Die Bedeutung der Glocken und ihre Ordnung

1. Die Läuteordnung

In der Gemeindeversammlung, die am Sonntag, dem 05.03.1995, im Pfarrheim stattfand, wurde über eine neue Läuteordnung diskutiert und anschließend abgestimmt.
Die wichtigsten Beschlüsse waren:

  • Die Läutezeit für die Vorabendmesse und für das Hochamt wird auf 10 Minuten festgelegt.
  • Zur Frühmesse und werktags wird weiter 5 Minuten lang angeläutet.

Die genauen Regularien sollten in einem Gremium, welcher sich aus 4 Personen zusammensetzte, erarbeitet werden. Folgender Entwurf ist von diesem Gremium erarbeitet und dem Pfarrgemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt worden. Der Entwurf ist an die Läuteordnung, die in den Jahren von 1980 bis 1990 bestand, angelehnt worden.

Das Geläute birgt eine Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten.

Gewicht in kgGlocken-TonTon-ReihenfolgeGlocken-Name
Glocke 1:größte GlockeTon d'tiefster TonChristus Glocke
Glocke 2:zweitgrößte Glocke Ton e'Ave Maria Glocke
Glocke 3:drittgrößte Glocke Ton fis'Laurentius Glocke
Glocke 4:kleinste GlockeTon a'höchster Ton Sebastianus-Josef Glocke
Für alle, die sich mit Musik etwas beschäftigen wollen:

2. Läutezeiten

Die Läutezeit wird für die Vorabendmesse und das Hochamt auf 10 Minuten festgelegt:

  • jeweils beginnend 15 Minuten vor dem Gottesdienst und endend 5 Min. vor dem Gottesdienst.
  • für die Frühmesse auf 5 Minuten, beginnend 15 Minuten vor dem Gottesdienst und endend 10 Minuten vor dem Gottesdienst.

a. Hochfeste:

Nur an den wirklichen Hochfesten im Kirchenjahr soll das Vollgeläute benutzt werden, dann aber zum Einläuten und zu allen Messen:

Glocken 1 + 2 + 3 + 4

Zum Einläuten des neuen Jahres, Ostern, St. Lauentius, Weißer Sonntag, Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, Pfingsten, Liborius, Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen, Weihnachten und zu besonderen Anlässen (Primiz, Bischofsbesuch, Firmung usw.).

b. Weitere besondere Feste:

Glocken 1 + 2 + 3

Z.B. zu den folgenden kirchlichen Festtagen:

Ewige Anbetung, Christusfeste ( Hl. Familie, Neujahr, Taufe Jesu, Christkönig usw.), Marienfest, besondere Heiligenfeste (Hl. Josef, Peter und Paul, Hl. Sebastian)

c. Sonntage (10 min., außer Frühmesse):

Glocken 2 + 3 + 4    Im Jahreskreis

Glocken 1 + 2 + 4    Im Advent

Glocken 1 + 2    In der Fastenzeit

d. Werktage (5 min., wie Frühmesse am Sonntag):

Glocken 3 + 4    Im Jahreskreis

Glocken 2 + 4    Im Advent

Glocke 3    In der Fastenzeit

Glocken 1 + 3 + 4    In der Weihnachtszeit

Glocken 1 + 3 + 4    In der Osterzeit

Glocken 2 + 3    Als „einfaches Heiligenfest“

Glocken 1 + 3    Herz-Jesu-Freitag

e. Besondere Anlässe:

Glocke 2    Angelus-Gebet

Glocken 2 + 3 + 4    Sonntag einläuten 5 Minuten

Glocke 1    Totenläuten u. Allerseelen

Glocken 1 + 2    Totenmesse 10 Minuten

Glocken 1 + 3 + 4    Hochzeit 10 Minuten

Glocken 2 + 3    Taufe 5 Minuten

Andachten:

1.) Glocke 2    Mai (5 Min.)

2.) Glocke 2    Rosenkranz (5 Min.)

3.) Glocke 3    Kreuzweg (5 Min.)

4.) Glocken 2 + 3 + 4    Sakramentsandacht (5 Min.)

5.) Glocke 3    Totengebet (5 Min.)

III. Weitere Texte und Links zur Bedeutung des Glockenläutens

A. "Der Turm, die Uhr, der Hahn und die Glocke"

Eine "Kleine Erklärung für den Weg durch die katholische Kirche"

(aus der Broschüre „Verstehst Du, was Du siehst?“, Text: Gerhard Krombusch, Erzbistum Paderborn, IRUM)

„Schon von weitem haben Sie wahrscheinlich die(se) Kirche auch an ihrem Turm erkannt und gefunden. Die allermeisten Kirchen erkennt man an den Türmen, oft mit einer großen Uhr, einem Kreuz als Zeichen für Christus oder einem Hahn auf der Turmspitze. Kirchentürme prägen Städte und Dörfer. Sie ermöglichen, die Glocken hoch aufzuhängen, damit ihr Klang und „Ruf“ viele Menschen erreicht.“

„Von weitem sind die Türme zu sehen. Menschen unterwegs und sogar Flugzeuge orientieren sich an ihnen. Manche Türme sehen aus wie ein langer Finger, der in den Himmel weist. Bei alten Kirchen finden sich manchmal kleine, sehr kräftige Türme. Wenn Feinde das Dorf bedrohten, so dienten sie den Menschen als Fluchtort.“

„Es gibt gute Gründe dafür, eine Uhr gut sichtbar am Turm anzubringen! Verbunden mit dem Glockenschlag hatte sie zunächst den Zweck, die Gläubigen zu den Gebets- und Gottesdienstzeiten zu rufen. Als die meisten Menschen selber noch keine Uhren besaßen, schauten und hörten sie auf die „Zeitansage“ der Turmuhr. Und der wichtigste Grund bis heute: Wir sind von Gott in die Verantwortung für unsere Zeit gerufen. Dabei lässt er uns nicht allein: Unsere Zeit steht in seinen Händen.“

„Auf den Spitzen vieler Kirchentürme dreht sich ein Hahn im Wind. Beim Wechsel der Windrichtung kündigt sich eine Wetteränderung an.“

„Der Hahn darf auch als Symbol verstanden werden. Zum einen erinnert er an den Petrus, der als Freund Jesu vor lauter Angst dreimal gelogen hat, als man Jesus vor Gericht führte: „Ich kenne diesen Menschen nicht“ (vgl. Lk 22,54-62). Bei dieser Lüge krähte der Hahn, so berichten die Schreiber der Evangelien. Der Hahn will an die Verfehlungen der Menschen erinnern – und daran, dass Jesus nicht nur dem Petrus verziehen hat. Gottes Barmherzigkeit gilt uns allen.“

„Und noch etwas sehr Bedeutsames: Der Hahn kräht früh am Morgen wenn die Nacht zu Ende geht. Der Hahn kündigt das Licht an. Die Gläubigen denken an Jesus Christus, der nicht im Dunkel des Todes geblieben ist. Am frühen Ostermorgen hat Gott ihn zu neuem Leben auferweckt.“

Kirchenglocken läuten vor dem Gottesdienst. Eine Glocke erklingt auch in der Heiligen Messe, wenn Jesus Christus im gewandelten Brot und Wein inmitten seiner Gemeinde ist. Glocken läuten bei Prozessionen und besonderen Festen. Mit dem Läuten der Glocken am Morgen, am Mittag und am Abend denken Katholiken daran, dass Gott selbst in Jesus Christus Mensch geworden ist. Das „Angelus-Gebet“ soll das Läuten begleiten. „Angelus“ ist das lateinische Wort für Engel. Es erinnert an den Erzengel Gabriel, der Maria die Botschaft brachte, sie, die Jungfrau, solle Mutter Jesu werden. Und Maria sagte „ja“ … ”

„Auch bei der Taufe von Kindern oder Erwachsenen klingen die Glocken, und das Läuten der Totenglocke begleitet die Beerdigung eines Menschen.“

B. Aus „Mittwochsgespräch – Klänge der Unendlichkeit"

Eine „Reise durch die Kulturgeschichte der Glocke“ mit dem „Glockenpapst“ Kurt Kramer vom 07.12.2016

"Glocken und ihr Klang üben von jeher eine eigene Faszination aus. Als von Mystik umwobenes Musikinstrument fand die Glocke Eingang in alle Weltkulturen. Von China seit dem 4. Jahrtausend vor Christus ausgehend, verbreitete sich die Glocke bis nach Europa – hier läutet sie die Anfänge des christlichen Abendlandes ein. Dabei zeigt sich, dass die Glockengeschichte kirchen- und religionsübergreifend ist. …." Dipl. theol. Michael Hänsch (Leiter „mittwochgespräche“)

C. Eine Auswahl weiterführender Links

D. Quellenangabe

(1)

Der Text stammt von der PDF (s.o.), die man unter dem Link www.kirche-liebefeld.ch einsehen und herunterladen konnte. Die Domäne existert leider nicht mehr.

(2)  
Dieses wunderschöne Gedicht und das Bild stammen von Wilhelm Horn, verstorben 26.10.2013. Die Homepage "www.gedichte-lebenshinweise.de" von Wilhelm Horn existiert leider nicht mehr.

Wer war der Heilige St. Laurentius?

Der Heilige Laurentius

Mit dem heiligen Laurentius hat die Pfarrkirche einen römischen Diakon als Patron. Als Erzdiakon der römischen Kirche, stand er Papst Sixtus II zur Seite und starb der Überlieferung nach drei Tage nach diesem, am 10. August 258 den Martertod. Er liegt in der römischen Kirche San Lorenzo vor den Mauern begraben. Zu seinem Todesurteil soll es in folgender Weise gekommen sein. Es ging das Gerücht um, die Christen hätten riesige Schätze verborgen und Laurentius sei ihr Verwalter.Die erste Frage des römischen Richters galt daher den sagenhaften Schätzen. Bereitwillig versprach Laurentius, diese innerhalb von drei Tagen herbeizuschaffen. Als die Frist vorbei war, erschien er mit einer Schar von ausgehungerten und zerlumpten Krüppeln, Greisen und Bettlern. Auf sie wies er hin und sagte: „Das sind die Schätze der Kirche, welche ewig dauern, nie abnehmen und leicht gewonnen werden können“.

Darauf wurde er auf einem glühenden Rost zu Tode gemartert.

Als Diakon war ihm die Sorge um die Armen der christlichen Gemeinde anvertraut. In Zeiten radikaler Christenverfolgungen, die oft einige Jahre dauerten und meist auf einzelne Städte beschränkt waren, versuchte man Christen zu zwingen heidnischen Göttern zu opfern, um so vom christlichen Glauben abzufallen. Dabei wurde nicht selten bei den „prominentesten“ Christen begonnen, weil man sich davon eine besonders abschreckende erhoffte. Mit der Verehrung der Märtyrer ist allerdings das Gegenteil eingetreten. So ist auch der heilige Laurentius aufgrund seines Festhaltens am christlichen Glauben getötet worden.

(siehe auch den Bericht auf Wikipedia)