Die Kirchengeschichte St. Laurentius Rudersdorf Skip to content

Die Kirchengeschichte St. Laurentius Rudersdorf

Die Geschichte von Pfarrei und Kirche –
St. Laurentius Rudersdorf

rudersdorf

Die Pfarrei

Bis zum Jahr 1896 gehörte Rudersdorf in seinem katholischem Teil dem Kirchenspiel Irmgarteichen an. Eine ursprünglich dem hl. St. Laurentius geweihte Kapelle brannte 1790 vollständig ab. Danach entstand bis 1794 eine kleine katholische Kapelle durch den Umbau eines Wohnhauses. 1868 erhielt Rudersdorf eine Vikarie. 1896 wurde die Rudersdorf-Vikarie zur Filialgemeinde erhoben und bereits im darauffolgenden Jahr begann die Spendensammlung für den ersten eigenständigen Kirchenbau im Ort.  Zwischen 1903 und 1909 beschafften die Anwohner das Baumaterial in Selbsthilfe aus dem ortseigenen Grauwacke-Steinbruch.

schiff03_klein 1909 begannen die Arbeiten am Kirchenbau nach den Entwürfen des Architekten Johann Franz Klomp im neugotischen Stil. Erst 1921 erhielt der Bau die feierliche Konsekration durch Weihbischof Haehling von Landsenauer aus Paderborn, und der bisherige Vikar Eickhoff wurde als Pfarrer in die Rudersdorfer Pfarrei eingeführt. Im Jahr 1932 wurde der für das Gewicht der Glocke zu schwache Dachreiter über dem westlichen Dach der Kirche abgerissen und statt seiner der heutige Kirchturm erbaut.

Das Westportal erhielt seinen neuen Stammort in der Westwand des neuen Kirchturms. Hinzu kam ein Bildwerk des Kirchenpatrons über dem Portal. Im Jahr 2001 kam es im Zuge von Renovierungsarbeiten zum Einbau von 3 Uhren in die bereits seit der Erbauung dafür vorgesehene Öffnung des Turms. Durch den 1973 errichteten rund 250qm modernen Anbau erhielt die Kirche eine Umorientierung.

 

Das Bauwerk

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Die Kirche St. Laurentius ist eine dreischiffige Stufenhalle im neugotischem Stil. Sie gehört zum Typ der querschifflosen Hallenkirchen an, die seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des 1. Weltkriegs den Typ der mittelalterlichen Hallenkirchen variierten. Die aus dieser Baurichtung hervorgegangenen Kirchen zeichnen sich durch konsequent symmetrische Bauweise aus. Die sparsame Auswahl spät gotischer Motive in klar gegliederten, gut proportionierten Baukörpern ergab in Rudersdorf ein überzeugendes Bauwerk, das sich zudem durch die Wahl der heimischen Grauwacke gut in das Landschaftsbild einfügt. 
Der quadratische Westturm von 1932 passt sich bruchlos der älteren Kirche an und vervollkomnet das Erscheinungsbild des Gebäudes.

Das Kirchenschiff besitzt ein Satteldach, das durch Aufschieblinge starkt abflacht; Das flache Zeltdach des Turms geht in einen Achtkanthelm über. Die Mauern der Kirche erhielten eine Verstärkung durch zweifach abgestufte Strebepfeiler. Fenster und Türgewände und das Maßwerk sind aus Werksteinen in neugotischer Formsprache mit Dreiblatt, Schneuß und dreipassgefertigt. Die Fenster des polygonalen Chors mit Szenen aus dem neuen Testament (Nikodemus und Jesus, Jesus und die Samariterin, das letzte Abendmahl und die Kreuzigung) sind von überregionaler Bedeutung, in künstlerischer wie auch in historischer Hinsicht. Der Entwurf zu den Fensterbändern des Erweiterungsbaus mit Thema aus der Apokalypse des Johannes stammt von Wilhelm Buschulte aus Unna, wurde von der Firma Oidtmann aus Linnich umgesetzt. Der im ersten Joch der Nordseite befindliche Eingang besitzt ein Sandsteingewände mit flachen Spitzbogen, das in eine rechteckige Form übergeht. Der Eingang auf der Südseite wird heute als Zugang von der Sakristei benutzt.

Im Inneren der Kirche trennen kräftige Rundpfeiler mit runden Kapitellen Mittelschiff und die schmalen Seitenschiffe. Das Dach wird von einem steil geführten Kreuzrippengwölbe getragen. Aus der ehemaligen St. Laurentiuskapelle stammt das Retabel des ehemaligen Hochaltars mit einem Relief des Heiligen in einem aufwändigen Altarrahmen mit gedrehten Säulen und Rankenwerk. Es handelt sich wahrscheinlich um eine ländliche Arbeit vom Beginn des 18. Jahrunderts. Ursprünglich befand sich das Relief in der Schlosskapelle zu Junkernhees. 1797 wurde es der Rudersdorfer Gemeinde geschenkt. Nach einer aufwändigen Restauration um ersten Halbjahr 2002 steht der St. Larentius-Altar nun wieder an seinem angestammten Platz im alten Chor.

Von 1958 stammt eine Mutter Gottes Figur des Künstlers Erich Jeckle aus Frankfurt. Ein Tabernakel mit den 4 Evangelisten und den Symbolen der Eucharistie wurde zu Beginn der 60er Jahre von Josef Jost aus Hattersheim geschaffen. Der Versus-Populum-Altar, die Sedilien und die Stele des Tabernakels sind nach Entwürfen des Architekten des Erweiterungsbaus, Aloyis Sonntag aus Siegen, entstanden.

Die vier neuen Bronzeglocken im Kirchturm wurden im Jahr 1978 während der nur 32 Tage währenden Amtszeit von Papst Johannes Paul I. gegossen. Sie sind die einzigen Glocken Deutschlands, die dieser Zeit entstammen und seinen Namen tragen.

 

Weitere Bilder finden Sie in unserer Bildergalerie!

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